Plan

Ich muss immer wieder darüber nachdenken wie das vor einem Jahr war. Ein riesengroßer Bauch und unendliche Sehnsucht nach meinem Baby. Jahrelang hatte ich diesen Kinderwunsch, habe oft schlimm geweint deswegen und es zerriss mich dass ich so lange warten musste.

Ich war immer fest davon überzeugt, dass das nach der Geburt nicht weg sein würde und dass ich mir bald noch weitere Kinder wünschen würde.
Und nun? Ich höre bei vielen anderen Müttern, die ich nun so kennengelernt habe, dass sie schon gern ein weiteres Baby hätten, manche sind schon wieder aktiv in Planung. Ich freue mich riesig mit und bin ganz aufgeregt über jede neue Schwangerschaft und Geburt, die ich mitbekomme. Aber bei mir selbst regt sich da nichts, kein weiterer Kinderwunsch.
Ich bin so erfüllt und glücklich über unser Julimädchen, immernoch so dankbar dass sie bei uns ist. Das fühlt sich ganz komisch an, weil ich viel länger auf der anderen Seite stand.

Ich schwelge gern in Erinnerung, quietsche freudig wenn der Mann und ich uns daran erinnern wiiiie klein das Julimädchen war und wie toll und überhaupt. Aber ich habe nicht das Bedürfnis, das alles nochmal zu machen. Nicht weil es nicht schön war, sondern weil es einfach grade toll ist wie es ist und ich noch so in diesem Babyding mittendrin bin gefühlt.

Vielleicht habe ich den Wunsch noch nicht, vielleicht kommt das wieder. Ich bin jung, wir haben alle Zeit der Welt und wir sprechen schon immer mal davon in so 3 Jahren noch ein Kind zu bekommen. Aber ich würde es nur bekommen, wenn mein Herz das entscheidet, nicht um irgendeinen Plan einzuhalten. Der Mann ist nun witzigerweise eher der, der gern noch eins hätte jetzt.

Eine Freundin sprach mich neulich darauf an, wann wir ein zweites Kind bekommen und war etwas schockiert darüber, dass das nicht so schnell geplant ist “Ich kenne dich gar nicht ohne Kinderwunsch!” Stimmt, ich kannte mich so auch nicht. Das war mir gar nicht so bewusst.

Ich bin gespannt wohin der Weg uns führt und wie unser Leben in 10 Jahren aussieht. Ich bin glücklich wie es im Moment ist und freue mich auf alles was noch kommt mit unserem tollen Kind.

Das nächste kriege ich dann ungeplant. ;-)

Klick

So ganz langsam scheint es beim Julimädchen klick zu machen, immer öfter isst sie nun Dinge allein. Brei ging nun eh schon eine Weile immer besser, jetzt versuche ich mich ranzutasten was sie denn schon allein essen kann.

Gestern war für uns beide wohl eine tolle erste Erfahrung beim Abendessen. Ich hatte so viele Bananen und da machte ich eine Bananenmilch und bot sie dem Julimädchen aus einem ganz normalen Becher an. Sie fing richtig an zu lachen, weil sie das so lecker fand und trank den kompletten Becher aus. Dazu hatte ich ihr ein ungetoastestet Vollkorntoast mit Frischkäse geschmiert und davon aß sie sicher die Hälfte. Das war dann das erste Mal, dass sie zu einer Mahlzeit selbst aß und keinen Brei bekam. Jetzt werde ich mal so nach und nach mehr austesten. Manches lutscht sie nun zwar begeistert an, kann es aber noch nicht im Mund zermatschen. Sie ist ja auch noch immer zahnlos.

Ansonsten ist es mit dem Essen mal so mal so. Es gibt Tage da isst sie von morgens bis nachmittags nur ein halbes Obstgläschen. Ich nehme das so hin und vertraue darauf, dass sie sich melden wird bevor sie verhungert. Zum Glück ist sie nicht so zierlich, da muss man sich nicht so schnell Gedanken machen. Morgens isst sie am besten wenn der Mann mit ihr frühstückt und nicht ich, aber vielleicht war das bisher auch nur Zufall. Abends isst sie immer richtig viel, da holt sie dann wohl oft alles nach was sie tagsüber nicht aß.

Das durchhalten und geduldig abwarten hat sich also gelohnt. Sie ist nun 10 Monate alt und interessiert sich halt jetzt erst so langsam fürs Essen. Wobei Interesse da eben auch nur ist: sie isst wenn sie Hunger hat. Sie ist generell schnell abgelenkt und will lieber spielen als essen. Genervt war ich von den vielen “mach BLW!” Aussagen so als wär das die Lösung für jedes Kind. War hier nämlich einfach nicht so und das muss man auch mal so akzeptieren. Verunsichert einen echt irgendwann wenn man das von allen Seiten hört. Als würde ich mein Kind nicht am besten kennen.

Ich freue mich, dass es nun besser wird und sie isst wenn sie hungrig ist. Habe mir natürlich immer ein wenig Gedanken gemacht wie es sein wird wenn sie dann bei der Tagesmutter ist, aber da bin ich jetzt ganz optimistisch. Hat ja bisher alles immer irgendwann geklappt!

 

 

Krankenhausaufenthalt

Wir haben nun 24 Stunden Krankenhaus hinter uns und ich bin erschöpft und müde, aber froh dass alles gut ist.

Am Sonntag bei der Tauffeier bemerkte ich rote Punkte am Kopf des Julimädchens, dachte mir aber nichts weiter dabei. Am Montag Mittag sagte der Mann, dass die ganz schön rot seien und so viele und ich bat ihn beim Kinderarzt anzurufen. Der bestellte uns für den Nachmittag in die Praxis. Ich machte noch Witze darüber, dass wir unerfahrenen Ersteltern wegen ein paar Punkten zum Arzt gehen, aber wir haben halt keine Ahnung und lassen dann lieber mal draufgucken. Ich war der festen Überzeugung, dass wir mit einer ganz banalen Erklärung wieder nach hause geschickt werden würden.

Die Arzthelferin guckte bei der Begrüßung kurz drauf und sagte “sieht aus wie Hitzepickelchen” und ich fühlte mich schon total überbesorgt. Wir warteten dann ca. eine Stunde im Wartezimmer bis wir drankamen, was am späten Nachmittag schon etwas nervenaufreibend war, denn sie wurde langsam müde. Um 17.15 Uhr kamen wir dran und machten dann die Ärztin ratlos. Sie guckte und guckte, überlegte, zögerte. Sie nahm einen kleinen Glasträger und drückte damit auf die Punkte, die durch den Druck nicht weniger rot wurden. Das war für sie wohl ein Zeichen, dass das irgendwie doof ist, das wusste ich da aber noch nicht. Sie wollte dann gern Blut abnehmen, was mich schon völlig überforderte in dem Moment. Die Arzthelferin piekste dem Julimädchen in den Finger und nahm mit einem Glasröhrchen Blut ab. Das Julimädchen schrie wie am Spieß und es blutete richtig doll. Mir tat das so weh auch noch ihren Arm festhalten zu müssen. Auch danach beruhigte sich das Julimädchen kaum noch, sie schrie immer weiter und ich stillte sie im Wartezimmer zur Beruhigung.

Kurze Zeit später kam die Arzthelferin und bat uns ins Labor. Zwischenzeitlich hatte ich den Mann herzitiert, da ich schon nassgeschwitzt von der Blutabnahme war. Im Labor sollten wir uns setzen und dann kam der doofe Satz “Die Ärztin würde sie schon ganz gern jetzt ins Krankenhaus überweisen”. Uff. Da war ich echt geschockt und musste schwer damit kämpfen nicht in Tränen auszubrechen. Die Ärztin konnte das Blut nicht auswerten und war weiterhin besorgt. Mit der Diagnose “Petrechien, Verdacht auf Gerinnungsstörung” wurden wir also ins Krankenhaus geschickt.

Um 18.30 Uhr kamen wir am Krankenhaus an, um 19 Uhr wurden wir aufgenommen. Zwischenzeitlich hatten wir nur schnell ein paar Sachen in einen Koffer geschmissen und das Julimädchen gefüttert. Bei der Aufnahme wurden dann nochmal alles gründlich untersucht. Gemessen, gewogen, Fieber gemessen, gründliche Anamnese und die Ärztin untersuchte jeden Zentimeter ihres Körpers. Wir erfuhren dann auch wieso man sich da so sorgt, denn Petrechien (diese roten Punkte) können ein Indiz für schwerwiegende Krankheiten sein, die man unter Umständen sofort hätte behandeln müssen. Die Punkte befanden sich ausschließlich am Kopf, das sind kleine Einblutungen in der Haut, die sich zum Beispiel bei Anstrengung ganz dunkel färben. Ihr wurde über einen Zugang auf der Hand dann nochmal Blut abgenommen für ein ausführliches Blutbild. Wieder weinte sie ganz schrecklich und uns Eltern blutete das Herz.

Dann ging es für das Julimädchen und mich auf die Säuglingsstation. Wir bezogen ein Zimmer, für mich wurde eine Notfalliege ausgepackt und das Julimädchen wurde verkabelt. Über Nacht wurde sie an einen Monitor angeschlossen, der Puls und Atmung kontrollierte. Um 21 Uhr konnte ich sie endlich einschlafgestillt und ausgiebig bekuschelt in das große Gitterbett legen. Zu dem Zeitpunkt konnte ich dann endlich mal kurz durchatmen, der Abend hatte mir wirklich zugesetzt.

Leider nicht lang, denn 1 1/2 Stunden später bekamen wir eine frisch notoperierte knapp 2-Jährige samt Mutter als Zimmergenossinnen, die beim Einzug das Julimädchen weckten, was sich wieder kaum beruhigen ließ. Ab da nahm die Nacht dann ihren Lauf, wie das so ist mit zwei verkabelten Kindern und besorgten Müttern. Die Kinder lösten ständig irgendwelche Alarme aus, weil sie sich zum Beispiel die Elektroden vom Bauch rissen oder die Infusion des anderen Mädchens leer waren. Das Julimädchen wollte natürlich auch im Krankenhaus nachts mehrmals gestillt werden, weckte damit das andere Mädchen, das andere Mädchen weinte nachts viel vor Schmerzen, weckte dadurch das Julimädchen. Und wir Mütter machten immer nur kurz die Augen zu und standen alle paar Minuten senkrecht im Bett bzw vor dem jeweiligen Gitterbett. Nicht zu vergessen die stündlichen Kontrollen durch die Nachtschwester, die sowohl das andere Mädchen als auch das Julimädchen kontrollierten mussten. Um 6 Uhr beendete das Julimädchen für uns alle die Nacht, da sie beim Stillen nicht mehr so tief einschlief dass ich sie zurück ins Gitterbett legen konnte, auf meiner Liege neben mir konnte sie aber auch nicht bleiben, das wäre zu gefährlich gewesen.

Um 8 Uhr kam der Mann zurück und bespaßte bis er zur Arbeit musste das Julimädchen, ich stelle mich gedanklich auf eine weitere Nacht im Krankenhaus ein. Morgens machte die Stationsärztin nämlich erstmal nur sehr vage Äußerungen und erklärte, dass man weiterhin sehr vorsichtig wäre und diese Punkte sehr ernst nehmen würde. Das Blutbild war zwar total unauffällig, aber irgendeine Ursache für die Petrechien müsste es geben und man wollte da nichts übersehen. Wir sollten nun auf den Oberarzt warten, der sich das auch nochmal ansehen wollte.

Um 10 Uhr kam der Oberarzt und blöderweise war der Mann grade kurz mit dem Julimädchen auf den Fluren unterwegs. Ich rannte raus und suchte ihn, aber sah ihn nirgens. Der Oberarzt ging, sagte er käme gleich wieder und natürlich kam eine Minute später der Mann zur Tür rein. Das war echt richtig blöd. Wir warteten nämlich dann über 5 Stunden auf den Oberarzt. Zwischenzeitlich versuchte ich das Julimädchen irgendwie zu bespaßen. Schonmal jemand versucht ein topfittes und mobiles Kind in einem kleinen Krankenhauszimmer zu bespaßen am besten ohne es auf den Boden zu lassen weil es dort alles anlutschen würde? Ha ha. Es war gelinde gesagt äußerst anstrengend und ich sehr müde von der Nacht. Das Julimädchen war auch müde, schläft aber bekanntlich auswärts so gut wie gar nicht. Wir schafften es irgendwann mittags gemeinsam zu einer Stunde Schlaf, das war Gold wert.

Den restlichen Tag schob ich das Julimädchen unzählige Male im Krankenhausbuggy den Flur auf und ab. Zu weit weg wollte ich nicht gehen, damit wir den Oberarzt nicht wieder verpassen und das Spielzimmer wurde erst später geöffnet. Als wir da irgendwann reinkonnten war es echt toll, das Julimädchen konnte sich endlich richtig austoben.

Blöd war auch, dass ich nicht in der Verpflegung drin war, ich war ja nicht der Patient. Da ich genau mittags die Öffnungszeiten der Cafeteria verschlief, hatte ich den ganzen Tag nichts zu essen.

Irgendwann kam der Oberarzt, guckte sich wieder ausführlich den Kopf und die Punkte an und beschloss, dass sich das noch ein Hautspezialist ansehen sollte. Er sagte aber schonmal, dass wir dann vermutlich nach hause gehen könnten mit der Bedingung alles weiter zu beobachten und bei Verschlechterung ihres Zustandes sofort wiederzukommen. Verschlechterung wäre zum Beispiel Fieber, Erbrechen, Ausweitung der Punkte oder ähnliches gewesen. Auch der Hautspezialist kam zu dem gleichen Ergebnis: manchmal gibt es das einfach. Mögliche Ursachen wären eine enge Mütze, die das Julimädchen am Sonntag zur Taufe ca. eine halbe Stunde trug (die schmeiß ich jetzt sofort in den Müll!) oder auch ein unentdeckter Infekt. Man kann es nicht genau sagen, aber etwas schwerwiegendes ist vermutlich nicht dahinter. Das ist sehr sehr erleichternd!

Um 18 Uhr kamen die Schwiegereltern und holten uns ab. Puh.

Es waren im Krankenhaus übrigens alle sehr sehr nett und um die Kinder wurde sich super gekümmert. Es wurde einem alles zu essen für die Kinder gebracht was man wollte und auch sonst war alles da. Die Zimmernachbarin war sehr nett und wir versuchten gegenseitig so gut es ging Rücksicht zu nehmen. Aber nochmal machen wir das bitte so schnell nicht!

10 Monate

Meine liebe Tochter, heute bist du schon 10 Monate alt.

Ich muss mich heute ein wenig kürzer fassen, da wir grade deinen ersten stationären Krankenhausaufenthalt hinter uns haben und ich reichlich müde bin. Aber dazu in einem gesonderten Artikel mehr.

Motorisch hast du diesen Monat weiter Fortschritte gemacht: schrieb ich im letzten Monatsbericht noch du würdest dich nicht trauen dich allein am Tisch hochzuziehen, so machst du mittlerweile den ganzen Tag nichts anderes mehr. Das fing genau mit 9 Monaten an und nun stehst du den ganzen Tag allein, läufst schon ziemlich rasant an den Möbeln entlang und ab und zu hälst du dich mal kurz nicht fest. Da erschreckst du dich aber immernoch sehr vor dir selbst und fällst schnell auf den Popo. Auch das Sitzen hast du ganz nebenbei einfach plötzlich auch aus dem Vierfüßlerstand geschafft.

Der größte Schritt war dann das Krabbeln. Ich war so davon überzeugt, dass du es nie machen wirst und jetzt machst du es doch. Es sieht so niedlich aus und immernoch freue ich mich darüber. Man merkt nun richtig, wie sich die ganze Körperspannung verändert hat, da ist eigentlich nichts babyhaftes mehr dran.

Ansonsten bist du weiterhin ein sehr fröhliches Baby. Wenn viel los ist, zum Beispiel beim Treffen mit anderen Babys, dann findest du das super und bist immer mitten im Geschehen. Wenn wir allein zuhause sind, würdest du dich am liebsten an mich drankleben und beschwerst dich lautstarkt sobald ich den Raum verlasse. Neu ist, dass du nun genauso reagierst wenn dein Papa den Raum verlässt. Gleiches Recht für alle.

Mehr gibt es diesen Monat an dieser Stelle nicht. Du bist toll und super so wie du bist!

Taufe

Das Julimädchen wurde heute getauft und wir hatten einen ganz wunderbaren Tag.

Morgens um 10 Uhr war der Gottesdienst, es wurde noch ein anderes Baby getauft und ein Mädchen wurde konfirmiert. Dadurch waren viele Familien im Gottesdienst und es war sehr persönlich. Viele Freunde von uns waren gekommen, um beim Gottesdienst dabei zu sein, obwohl wir danach nur ganz klein mit unseren Eltern, Geschwistern und den Paten des Julimädchens gefeiert haben.

Das Julimädchen war super drauf und erkundete direkt mal die Kirche. Mit mehreren Babys im Gottesdienst ist es natürlich nie wirklich leise, aber ich finde grade das total schön. Witzig war auch, dass die beiden Täuflinge im Gottesdienst zueinander krabbelten und erstmal spielen wollten.

Die Paten des Julimädchens lasen persönliche Fürbitten vor, die mich fast zum Weinen gebracht hätten. Ganz tolle Worte hatten sich die beiden überlegt. Wir mussten danach etwas schmunzeln als bei der Taufe des anderen Kindes Fürbitten eins zu eins aus dem Internet kopiert wurden. Irgendwie schade, wenn man da nicht ein paar persönliche Worte selbst schreiben kann.

Nach dem Gottesdienst machten wir noch ein paar Fotos am Taufbecken, plauderten mit unseren Freunden und fuhren dann zu den Eltern des Mannes. Dort hatten wir gestern für 12 Erwachsene plus Julimädchen eingedeckt und dekoriert. Ich entschied mich als Dekofarbe dieses Mal für ein helles grün, dazu weiße und rosa Gerbera in einer ovalen Glasschale. Rosa! Ich! Aber die Blumen waren einfach zu schön und passten damit farblich zur Taufkerze, die ich bei DaWanda hatte machen lassen.

Wir aßen mittags ganz entspannt Brötchen, also nichts aufwendiges. Wir wollten eine kleine gemütliche Familienfeier und keine riesige Party. Anschließend gingen wir eine kleine Runde am Rhein spazieren als es mal eine halbe Stunde nicht regnete. Später gab es Kaffee und Kuchen, die von den Omas und dem Mann gebacken wurden. Es war genau so für uns ziemlich perfekt und um halb 6 fuhren wir alle kaputt nach hause. Für das Julimädchen reichte es dann auch, sie hielt zwar super durch heute und schlief sogar eine knappe Stunde mittags im Gästezimmer, aber der Tag war ingesamt dann doch lang und aufregend für sie. Ich wollte immer unbedingt eine frühe Taufe, also in den ersten Lebensmonaten. Das klappte nicht, aber vielleicht war es genau jetzt auch viel besser.

Viel mehr weiß ich zu heute auch gar nicht zu erzählen. Es war einfach eine nette Familienfeier, ein schöner Tag und eine tolle Erinnerung.

Ich hätte sehr gern ein paar Bilder gezeigt, aber leider ist das Ladekabel meiner Spiegelreflexkamera unauffindbar und so habe ich grad nur ein paar Handybilder hier. Mal sehen was die anderen so für Fotos gemacht haben, vielleicht reiche ich das nach.

Jetzt doch!

Das Julimädchen krabbelt!

Ich habe wirklich nicht geglaubt, dass sie das noch macht. Sie robbt seit Anfang des Jahres, also seit über 5 Monaten schon. Sie kommt super schnell überall hin und mittlerweile durch’s Stehen auch überall dran.

Gestern verbrachten wir den sonnigen Nachmittag auf einer Wiese neben einem schönen Spielplatz direkt am Rhein. Ich saß da auf unserer großen Picknickdecke, neben mir saß eine Frau mit Baby ebenfalls auf einer Decke, ihr älterer Sohn spielte auf dem Spielplatz. Das Julimädchen wollte unbedingt das Baby angucken, aber zwischen uns befand sich diese fiese kitzelige Wiese, die sie nicht berühren will. Sie machte Anstalten über die Wiese drüberklettern zu wollen, ging in den Vierfüßler und… krabbelte einfach los.

Mittlerweile krabbelt sie nun auch zuhause immer mal wieder, noch so ganz tapsig. Es ist zu niedlich. Wenn es ihr nicht schnell genug geht, robbt sie dann einfach weiter.

So cool!

 

Betreuungsplatzsuche #7 – Das Ende!

Oh mein Gott. Man glaubt es kaum, aber seit eben ist nun tatsächlich die Betreuungssituation geklärt. Ich fass es nicht.

Als ich am Donnerstag die beiden Tagesmütter hier beschrieb, habe ich einen wichtigen Punkt ausgelassen. Nämlich, dass unsere favorisierte Tagesmutter von den beiden mehrere Interessenten hat und wir zittern müssen, ob wir einen Platz bekommen. Wir gingen davon aus, dass unsere Chancen nicht so hoch sind, da wir nur 20 Stunden Betreuung möchten und die Tagesmutter an einem Vollzeitplatz natürlich mehr verdient.

Heute morgen ging es hier dann irgendwann ganz schnell, ich war unglaublich aufgeregt. Erst ging ich zum Postfach in der Hoffnung Post von der Stadt zu haben. Das Postfach war leer. Also rief der Mann bei der Stadt an und fragte wie es nun aussieht mit dem KiTa Platz. Aber eine telefonische Auskunft gibt es nicht, man kommt zur Zeit gar nicht weiter als bis zu einem Call Center, die wissen schon warum… Endgültige Bescheide gibt es erst bis Ende des Monats (das ist echt ein Witz!), so lange können wir nicht warten. Also Anruf bei unserer favorisierten Tagesmutter, die sagte sie würde gleich zurückrufen. Ich saß wie auf heißen Kohlen vor dem Telefon. Bis es klingelte! Der Mann ging ran und verschwand aus dem Raum – aaaah. Als er wiederkam fragte er wann wir Zeit haben den Vertrag zu unterzeichnen. JUHU! FREUDENSPRÜNGE! WIR HABEN DEN PLATZ!

Wir haben uns direkt am Donnerstag für die 2. Tagesmutter entschieden und nicht für die Tagesomi. Die Omi war wirklich lieb und herzlich, aber mein Bauchgefühl stimmte einfach nicht ganz und ich hatte etwas Sorge wegen ihrem Alter. Mit fast 70 Jahren zwei kleine Kinder betreuen, wovon eins noch nicht mal laufen kann. Nee, das ist echt viel. Bei der 2. Tagesmutter war ich richtig begeistert, auch wenn sie eine winzige Wohnung hat. Den Kindern ist der Platz sicher egal und der Raum für die Kinder ist super schön eingerichtet. Klasse finde ich auch, dass sie einmal in der Woche zur Musikschule geht.

Sie wird im Sommer dann noch ein anderes Mädchen aufnehmen, das 18 Monate alt ist und ich glaube den Jungen, den sie aktuell betreut, bleibt auch dort. Wir zahlen bei ihr deutlich mehr als wir bei der Tagesomi gezahlt hätten, aber das Bauchgefühl stimmt und deswegen werden wir die Zähne zusammenbeißen und irgendwie diesen Betrag jeden Monat aufbringen. Ach und eigentlich würde uns jetzt das Betreuungsgeld zustehen, da wir keinen KiTa Platz in Anspruch nehemen, aber das gibt es nur für Kinder, die nach dem 31.07.2012 geboren sind. Haha. Zwei Wochen zu alt, schade. (Ich könnte schreien.)

Mein Plan sieht nun so aus, dass ich einen Tag in der Woche voll arbeite und drei Tage 6 Stunden. An dem vollen Tag wird meine Mutter das Julimädchen abholen und den Nachmittag mit ihr verbringen. So habe ich den Freitag immer frei und muss nur vier Tage in der Woche ins Büro, das ist für mich auch angenehmer wegen der Fahrerei.

Nächste Woche unterzeichnen wir den Vertrag und im Juli startet die Eingewöhnung. Ich bin total optimistisch, dass das gut laufen wird und das Julimädchen sich richtig wohlfühlen wird. :)

Das alles ändert nichts an meiner riesigen Wut darüber, dass mir eigentlich ab August ein KiTa Platz zusteht!

Betreuungsplatzsuche #6

Ich kann’s selbst schon nicht mehr hören…

Tagesmutter 1: eine liebe “Tagesomi” (69 Jahre alt), die bisher ihren 17 Monate alten Enkel betreut und zur Zeit die Qualifikation als Tagesmutter macht. Eine Pflegeerlaubnis hat sie bereits und ihr Enkel ist auch ganz offiziell ihr Tageskind. Sie lebt allein in einem schönen großen Haus direkt am Rhein. Sie ist herzlich, liebevoll, ruhig und eine gebildete kluge Frau. Sie arbeitet für die 3,50 Euro pro Stunde, die es als Zuschuss von der Stadt gibt und nicht weiter nichts von den Eltern, da sie bereits eine gute Rente bekommt und das nicht ihr Hauptverdienst ist. Wir würden lediglich noch einen Beitrag von knapp 90 Euro an die Stadt zahlen für die 20 Stunden Betreuung pro Woche.

Tagesmutter 2: Mutter von zwei Kindern, die tagsüber im Kindergarten bzw. der Schule sind. Sie hat pädagogische Vorkenntnisse und betreut schon länger Tageskinder, aktuell einen 1 1/2 Jahre alten Jungen, im Sommer nimmt sie drei Tageskinder auf. Sie wohnt in einer kleinen 3-Zimmer-Wohnung, in der es ein sehr liebevoll eingerichtetes Kinderzimmer gibt. Sie ist ruhig und liebevoll und man merkt dass sie sich sehr gern um Kinder kümmert. Einmal in der Woche geht sie mit den Tageskindern zur Musikschule. Sie arbeitet für 5,50 Euro pro Stunde, was uns im Monat abzüglich des Zuschusses der Stadt und zuzüglich des Elternbeitrages an die Stadt ca. 250 Euro im Monat kosten würde für 20 Stunden Betreuung in der Woche.

Beide Tagesmütter kochen jeden Tag und gehen mit den Kindern an die frische Luft.

Tja. So sieht’s aus. So ganz objektiv. Haha.

Ich möchte immernoch weinen. Und einen KiTa Platz.

Hallo Mai!

Feiertage sind merkwürdig, wenn man eh frei hat. Für mich ist es vor allem ein Tag, an dem die Geschäfte geschlossen haben. Ansonsten ist alles wie immer, der Mann hat an solchen Tagen natürlich noch mehr Arbeit als sonst. Aber das Julimädchen und ich hatten heute einen ganz wunderbaren Tag mit einer Freundin samt Babyjungen. Wir aßen zusammen und waren auf dem Spielplatz. Ich musste die ganze Zeit lachen, weil das Julimädchen Sand genauso angsteinflößend wie Wiese findet und alles tat damit ihre Hände bloß nicht mit dem fiesen Zeug in Berührung kommen. Sie saß also die meiste Zeit und wenn sie sich doch fortbewegen wollte, tat sie das auf ihren Unterarmen. Zum Knutschen!

Diesen Monat steht viel an und ich freue mich sehr. Aus unserem Babytreff feiern zwei Babys ihren ersten Geburtstag. Nächste Woche Sonntag wird das Julimädchen getauft und wir haben noch gar nicht alles vorbereitet. Wir werden diesen Monat die Schlüssel zu unserer neuen Wohnung bekommen und müssen für den Umzug auch noch ein wenig organisieren, zum Beispiel müssen wir unsere alten Kleiderschränke verkaufen und dann natürlich unseren Hausstand einpacken. Aber ich freue mich auf den Umzug und das Einrichten der neuen Wohnung. Und wir werden uns diesen Monat definitiv für eine Betreuungslösung entscheiden, wir haben bereits eine Tagesmutter kennengelernt und lernen noch eine andere kennen. Mit meiner Chefin habe ich auch schon gesprochen. Ich könnte trotzdem nur heulen wenn es um dieses Thema geht, aber dazu dann wann anders mal mehr.

Erstmal freue ich mich auf diesen Monat und möchte ihn voll und ganz genießen.

 

Betreuungsplatzsuche #5

Seufz. Wie viele Einträge zu diesem Thema wohl noch kommen? Ich mag eigentlich gar nicht mehr, aber was soll’s. Vom Kopf in den Sand stecken lösen sich Probleme leider auch nicht.

Wie ich letztes Mal schon schrieb, ist die Aussicht auf einen KiTa Platz in der neuen Stadt nicht viel besser als hier in der alten Stadt. Letzte Woche sollten wir eigentlich einen Bescheid bekommen, aber es kam nichts. Auf Nachfrage sagte man uns, dass es noch eine zweite Welle Bescheide geben wird. Wenn sich nämlich Familien für mehrere KiTas angemeldet haben und eine Zusage von einer KiTa nicht annehmen, bekommt eine andere Familie den Platz. Klingt logisch, ist für uns aber auch nur eine noch sehr kleine Chance doch noch Glück zu haben.

Natürlich haben wir uns nun um eine Alternative gekümmert, bzw sind gerade dabei. Wir haben einen Antrag auf Vermittlung einer Tagesmutter gestellt und wurden zwei Tage später von einer sehr netten Dame angerufen. Dass sie so sympathisch ist half mir allerdings nicht wirklich über den Fakt hinweg, dass es in unserer Umgebung ganze zwei Tagesmütter gibt, die freie Plätze im Sommer haben. Juhu. Ich bekam die Daten dieser beiden Tagesmütter zugeschickt und rief beide an. Nächste Woche werde ich sie nun kennenlernen und mache mir natürlich schon Gedanken auf was ich da so achten sollte, was ich fragen möchte und ob das logistisch alles möglich ist. Ich fahre mit der Bahn zur Arbeit und muss das Julimädchen auf dem Rückweg abholen. Aber gut, ganz ohne Aufwand geht das natürlich nie.

Nun beginnt die Rumrechnerei und die Sorgen werden eigentlich nicht weniger. Eine Tagesmutter muss mir persönlich sympathisch sein, ich muss mich gut dort fühlen um guten Gewissens mein Kind dort betreuen zu lassen. Das ist in einer KiTa nicht anders, aber dort gibt es mehrere Erzieher und es ist weniger persönlich als bei einer mir bisher fremden Person zuhause. Beides hat sicher Vor- und Nachteile, aber auf den ersten Blick wäre mir eine KiTa einfach viel lieber. Gut, nützt nichts, wir müssen nehmen was geht.

Dazu kommt, dass eine Tagesmutter deutlich teurer ist und wir eben nicht wirklich Geld zu viel haben. (Wer hat das schon.) Das höchste der Gefühle bzw des Kontos wären 20 Stunden Betreuung pro Woche, denn das würden uns ca. 250 Euro kosten. Zum Vergleich: ein Vollzeit (!) Platz in einer KiTa würde uns ca. 150 Euro kosten. Witzig, ne? 250 Euro mehr Ausgaben pro Monat sind bei uns nicht einfach so drin, also müsste ich mehr arbeiten als mal ursprünglich geplant war, was dann wiederrum schwierig ist bei nur 20 Stunden Betreuung. Ich rechne mir in den letzten Tagen einen Wolf wie viele Stunden ich arbeiten gehen kann/muss, was uns die Betreuung bei wie vielen Stunden kostet und wie wir die restliche Zeit ohne Betreuung überbrücken. Ein Vorteil ist hier natürlich, dass der Mann erst um 11 Uhr vormittags zur Arbeit muss, ich entsprechend früh schon im Büro anfangen kann und wir so das Ganze irgendwie aufteilen können. Aber es muss eben geregelt werden und die potentielle Tagesmutter muss das auch mitmachen, vielleicht hat sie gar kein Interesse daran einen Platz mit nur 20 Stunden pro Woche anzubieten, sie möchte schließlich auch Geld verdienen.

Ich sagte, dass das Thema zum Heulen ist, oder? Wir haben zumindest meine Mutter noch in der Hinterhand, die uns gern unterstützen möchte, aber sie arbeitet auch viel und ich brauche eine Konstante bei der Betreuung. Den Antrag auf Teilzeit inklusive Stundenumfang muss ich bis nächste Woche stellen, ich habe keine Ahnung was ich da reinschreiben soll. Montag Morgen muss ich dringend nochmal mit meiner Chefin sprechen.

Erstmal hoffe ich nun, dass das Bauchgefühl bei einer der beiden Tagesmütter stimmt und dass sie mit unserem Betreuungsumfang einverstanden ist. Dann hoffe ich, dass mein Arbeitgeber ein wenig flexibel ist was die Frist für den Teilzeitantrag angeht. Und irgendwie muss mir noch ein Licht aufgehen was die Stundenanzahl und Aufteilung auf die Tage Montag-Freitag bzw Montag-Donnerstag bei mir angeht (ich wollte eigentlich nur 4 Tage die Woche arbeiten). Ich hab da im Moment so ne Blockade im Kopf vor lauter Rechnerei und Denkerei.

So der aktuelle Stand der Dinge. Ich weiß nicht ob das überhaupt noch jemanden interessiert, aber ich muss das für mich mal so halbwegs sortiert hier aufschreieben, weil in meinem Kopf alles ziemlich durcheinander ist. Ich kann abends nicht einschlafen, weil ich mir solche Sorgen mache.

Seufz.