Mutter-Kind-Kur

Schon lange hatte ich immer mal wieder den Gedanken eine Mutter-Kind-Kur zu machen, doch schob ich das wie so vieles vor mir her. Bis jemand im Herbst bemerkte wie schlecht es mir geht und mich quasi dazu drängte etwas zu tun. Manchmal braucht es diesen entscheidenden Anstoß von Außen, denn unter anderem beantragte ich daraufhin die Kur für uns. Über den Antrag an sich und das Bewilligungsverfahren kann ich keine allgemeinverbindlichen Informationen geben. Es gibt aber Beratungsstellen (zb Müttergenesungswerk), die einem damit helfen können.

Bei uns war es zum Glück nicht so schwierig wie ich dachte. Ich hatte sowohl für mich als auch für beide Kinder jeweils ein Attest vom Arzt und nach einem Besuch beim Betriebsarzt, der das Ganze nochmal befürworten musste, bekam ich eine Zusage. Den Platz in einer Kurklinik hatte ich mir bereits vorher reserviert und wurde nach der Zusage fest gebucht.

Ich hatte vorher nicht viele Erfahrungsberichte über solche Kuren gehört. Außer dem Vorurteil, dass in einer Mutter-Kind-Kur alle krank werden, hatte ich nur von einer Kollegin mal gehört dass sie in einer Kur war und es toll fand. Zu dem Voruteil kann ich nun aus eigener Erfahrung sagen: Ja, kann passieren. Meine Mädels wurden tatsächlich beide krank, wodurch ich ein Wochenende und zwei Behandlungstage größtenteils im Zimmer verbrachte. Ich finde aber man muss dabei bedenken, dass Kinder nunmal krank werden. Das hätte zuhause genauso passieren können. In der Kurklinik wird man währenddessen immerhin perfekt versorgt. Das Essen wurde uns aufs Zimmer gebracht, fast täglich ist ein Arzt oder eine Ärztin im Haus und rund um die Uhr ist eine Krankenschwester da. Zumindest in unserer Kurklinik war das so und noch dazu waren alle so super lieb, dass ich mich gut umsorgt gefühlt habe. Natürlich war es ärgerlich für mich nicht zu den Anwendungen an den Tagen gehen zu können, aber so eine Kur dauert insgesamt drei Wochen, so dramatisch sind zwei fehlende Tage also nicht. Bei längeren Erkrankungen gab es allerdings auch vorzeitige Abreisen, der Gedanke kam mir in den vier Tagen nicht. Zuhause wären die Mädchen ja auch nicht schneller gesund gewesen.

Aber nun zum ganz normalen Klinikalltag. Auch hier kann ich natürlich nichts allgemeinverbindliches sagen, nur meine Erfahrung schildern. Zu Beginn der Kur wurden mit mir Schwerpunkte besprochen. Diese waren bei mir Entspannung und Muskelaufbau, dazu kam die Behandlung von körperlichen Beschwerden wie Migräne und Neurodermitis. Mein Behandlungsplan sah also jede Menge Sport und Entspannungseinheiten vor. Auch wegen der wichtigen Entspannung war der Plan nicht vollgestopft, pro Tag gab es für mich 1-4 Termine, wovon ein Termin mindestens 20 Minuten und höchstens 1,5 Stunden dauerte. Zwischendurch gab es auch die Möglichkeit Änderungswünsche zu besprechen.

Zusätzlich zu diesem Behandlungsplan gab es jede Menge freiwillige Angebote, man kann sich seinen Kurtag also relativ flexibel füllen. Für mich persönlich war es wichtig den Tag nicht zu voll zu haben, um Zeit für zum Beispiel ausgiebige Spaziergänge am Meer zu haben.

Die Kinder wurden sehr liebevoll und in kleinen Gruppen bis nachmittags betreut. Da meine Kinder beide als Patienten mitfuhren, hatten auch sie jeweils einen Behandlungsplan. Bei der Großen waren das alles nur sportliche Aktivitäten, die aber alle von der Betreuung aus organisiert wurden. Das heißt ich musste sie zu keinem Termin bringen, sondern sie ging mit den anderen Patientenkindern zb schwimmen oder turnen. Im Nachhinein sagten manche Mütter, dass sie ihre Kinder auch lieber als Patienten und nicht als Begleitkinder hätten mitnehmen sollen. Man konnte zwar auch freiwillig Kurse buchen für Kinder, dann musste man sie aber extra zahlen und sie wurden nicht innerhalb der Betreuungszeit durchgeführt.

Die Kleine habe ich zu ihren wenigen Terminen begleitet. Das war einmal Turnen für Kleinkinder und dann nahm ich sie noch mit in ein Ölbad für die Haut, das war also eigentlich mein Termin. Aber in so eine Badewanne passt man ja prima mit Kleinkind. Sowas zum Beispiel hätte ich nicht machen können, wenn sie Begleitkind gewesen wäre.

Es gibt natürlich auch noch allerlei andere Behandlungsmöglichkeiten in einer Kurklinik, das kommt immer auf die zu behandelnde Krankheit an. Bei Kindern reicht wohl oft schon eine Infektanfälligkeit, um sie als Patient mitzunehmen. Aber wie oben gesagt, da helfen im Ernstfall Beratungsstellen oder auch der Haus- bzw. Kinderarzt.

Ein Traum für mich war das Essen. Für die Küche muss das ein Graus sein, denn auf jede Vorliebe/Allergie wurde Rücksicht genommen. Als Vegetarierin war das der Himmel auf Erden. Richtig gutes vegetarisches Essen und nicht immer nur „alles außer das Fleisch“. Als ich zu Beginn einer Physiotherapeutin erzählte, dass ich von rohen Zwiebeln Migräne bekomme, schickte sie mich sofort zur Ernährungsberaterin, damit sie das der Küche weitergibt. Ich suche mir rohe Zwiebeln sonst einfach aus dem Essen raus, auf die Idee, dass da jemand direkt bei der Zubereitung auf meinen Wunsch Rücksicht nimmt, kam ich gar nicht.

Besonders das Mittagessen war immer eins meiner Tageshighlights, denn es war nicht nur richtig lecker, sondern auch schön entspannt ohne Kinder. Meine aßen beide in der Betreuung, wodurch ich Zeit hatte mit anderen Müttern zu quatschen und mein Essen zu genießen.

Durch diese Zeit für mich konnte ich den Nachmittag mit den Kindern dann auch richtig genießen und machen worauf sie Lust hatten. Das war mal toben, mal basteln und manchmal auch nur im Zimmer spielen.

So viel grob zum Alltag in der Mutter-Kind-Kur. Ich würde gern noch einen Beitrag schreiben über das Fazit für mich und Konsequenzen im Alltag zuhause. Wenn ich dabei noch Fragen beantworten soll, dürft ihr mir die hier gern stellen.

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Ein Kommentar zu “Mutter-Kind-Kur

  1. Das ist total interessant zu lesen, vielen Dank für den Beitrag! Ich denke schon länger über eine Mutter-Kind-Kur nach und Dein Artikel bestärkt mich, mein Kind doch nicht “nur“ als Begleitkind mitzunehmen. Mal sehn, wann es klappt. Ich wünsche Dir noch eine schöne Restzeit und maximale Erholung!

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